Mythen, Fakten & Symptome einfach erklärt

Rund um die Blutgerinnungsstörung Hämophilie bei Frauen kursieren viele Falschinformationen. Wir klären die wichtigsten Mythen, und zeigen, was medizinisch wirklich gilt.

Veröffentlicht am, 14. août 2025

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Hämophilie bei Frauen ist komplex, aber durch frühe Diagnose und regelmäßige Betreuung gut behandelbar

Die vielen Mythen rund um Hämophilie bei Frauen sorgen für Unsicherheit. Tatsächlich wird die Blutgerinnungsstörung X-chromosomal vererbt und betrifft Kinder je nach Status der Mutter unterschiedlich.

Eine Konduktorin gibt das veränderte Gen nur mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit weiter, während erkrankte Frauen die Krankheit in jedem Fall an ihre Söhne vererben. Trotz verbreiteter Annahmen kann Hämophilie früh durch pränatale Diagnostik festgestellt werden.

Außerdem zeigen viele Trägerinnen Symptome wie starke Menstruationsblutungen, Hämatome oder verlängerte Blutungen nach medizinischen Eingriffen, was die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann.

Wichtig für Frauen mit Faktor-VIII-Mangel: eine regelmäßige medizinische Betreuung, um Blutungskomplikationen früh zu erkennen und zu behandeln.

Mythos 1

Das ist falsch, denn: Wenn eine Frau an Hämophilie leidet, gibt sie das Gen nicht an all ihre Kinder weiter. Es besteht jedoch eine 100-prozentige Chance, dass die Krankheit an ihre Söhne vererbt wird.

Wenn sie nur
Konduktorin und somit Trägerin des Gens ist, (Heterozygot für die F8-Mutation) besteht nur eine 50%ige Chance, dass das Hämophilie-Gen an ihre Söhne weitergegeben wird und diese an der Krankheit leiden werden. Ebenso hat sie eine Chance von 50%, das Gen an ihre Töchter weiterzugeben, die dann ebenfalls Trägerinnen werden.

Was ist eine Konduktorin?

Eine Konduktorin ist eine Frau, die eine genetische Veränderung im F8-Gen, dem Gen für den Gerinnungsfaktor VIII – einem wichtigen Gerinnungsprotein im Blut, auf einem ihrer beiden X-Chromosomen trägt.

Durch diese Veränderung kann der Körper weniger funktionierenden Faktor VIII bilden, wodurch das Blut langsamer gerinnt und es leichter zu Blutungen kommen kann.

Mythos 2

Das ist falsch, denn: Frauen, die Trägerinnen der Hämophilie sind (Heterozygot für die F8-Mutation), können Symptome von Blutungen wie starke Menstruationsblutungen, verlängerte Blutungen nach Operationen oder Traumata und häufige Blutergüsse aufweisen. In seltenen Fällen können auch Konduktorinnen eine leichte Form der Krankheit entwickeln.

Mythos 3

Das ist falsch, denn: Es ist möglich, die Krankheit bei einem Baby bereits vor der Geburt durch pränatale Tests wie die Chorionzottenbiopsie (CVS) und die Amniozentese zu diagnostizieren. Diese Tests können feststellen, ob der Fötus das Hämophilie-Gen geerbt hat. Sie sind jedoch mit Risiken verbunden und sollten ausführlich mit einem Angehörigen der Gesundheitsberufe besprochen werden.

Mythos 4

Das ist falsch, denn: Übermäßige Blutungen können sich erheblich auf die Lebensqualität einer Frau auswirken. Frauen mit Hämophilie (Homozygot für die F8-Mutation) oder Konduktorinnen (Heterozygot für die F8-Mutation) können unter sehr starken und lang anhaltenden Monatsblutungen leiden, die zu Anämie, Müdigkeit und Schmerzen führen können. Diese Symptome können ihr berufliches, soziales und persönliches Leben beeinträchtigen.

Mythos 5

Das ist falsch, denn: Frauen, die Trägerinnen der Blutgerinnungsstörung sind (Heterozygot für die F8-Mutation), erleben bei medizinischen oder zahnärztlichen Eingriffen aufgrund der verlängerten Blutungen ein höheres Risiko für Komplikationen. Es ist wichtig, das medizinische Fachpersonal im Vorfeld über den Trägerstatus zu informieren, um eine angemessene Behandlung und zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei solchen Eingriffen zu ermöglichen.

Mythos 6

Das ist falsch, denn: Frauen, die Trägerinnen der Hämophilie sind (Heterozygot für die F8-Mutation), benötigen häufig regelmäßige medizinische Betreuung, um Blutungssymptome zu überwachen und Komplikationen vorzubeugen. Die fachliche Betreuung durch Spezialisten wie Hämatologen und Gynäkologen ist entscheidend, um die Symptome zu behandeln, schwere Blutungen zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern.

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